Unser Umwelt- und Energiemanagementsystem

Das Umweltmanagementsystem unserer Brauerei umfasst die Aufbau- und Ablauforganisationsstruktur, die Zuständigkeiten und Abläufe der umweltrelevanten Tätigkeiten und Prozesse am Standort der Brauerei und erstreckt sich auf alle Hierarchieebenen. Es stellt die Umsetzung der Umweltpolitik und der daraus resultierenden Ziele und Programme sicher.

Dabei werden unsere Mitarbeiter grundsätzlich über die umweltrelevanten Tätigkeiten und Maßnahmen informiert. Dies geschieht entweder durch Veröffentlichungen in der zweimal jährlich erscheinenden Firmenzeitschrift “UNSER BIER“, durch die auch Freunde und Kunden der Brauerei über betriebsinterne Veränderungen und Neuerungen informiert werden oder durch Info-Schreiben bzw. Aushängen am schwarzen Brett. Alle Mitarbeiter werden auch durch persönliche Gespräche mit den jeweiligen zuständigen Führungskräften informiert, bezüglich der aktiven Mitarbeit am betrieblichen Umweltschutz geschult und somit angeregt, durch eigene Vorschläge mitzuhelfen, den betrieblichen Umweltschutz zu verbessern. Der verantwortungsvolle Umgang mit unserer Umwelt eines jeden Mitarbeiters ist Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Umweltmanagementsystem.

Die Überwachung der Einhaltung der betrieblichen Vorgaben und gesetzlichen Rechtsvorschriften hinsichtlich des betrieblichen Umweltschutzes wird durch den Umweltmanagementbeauftragten, den Stellv. Umweltschutzbeauftragten und mit Unterstützung der Führungskräfte kontinuierlich durchgeführt.

Einführung eines Energiemanagementsystems zur nachhaltigen Steigerung der Energieeffizienz

Nach der Einführung des Qualitätsmanagementsystems nach DIN EN ISO 9001 im Jahre 1996 und des Umweltmanagementsystems nach DIN EN ISO 14001 im Jahre 2010 hat unsere Brauerei nun auch ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 eingeführt und wurde hierfür im September 2016 erfolgreich von der LGA InterCert zertifiziert. Alle drei Managementsysteme sind nun in einem integrierten Managementsystem zusammengefasst. Der sorgsame Umgang mit der Ressource Energie ist heute eine der wichtigsten Aufgaben eines jeden Unternehmens. Nachhaltiges Handeln ist von daher ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie.

Ein systematisches Energiemanagement beruht auf der Erfassung der Energieflüsse (Energiequellen, Energieeinsatz, Energieverbrauch) und einer Bewertung der Energieeffizienz mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung des spezifischen Energiebedarfs. Für die Erfassung der Energieverbräuche (Strom, Heizöl, Diesel, Gas, Wasser, etc.) wurde von der Firma KBR, Schwabach das Energiedatenerfassungssystem Visual Energy 4 installiert. Dieses System bietet zahlreiche Möglichkeiten zum Erfassen, Überwachen, Analysieren und Optimieren technischer Netze und Anlagen. In unserer Brauerei gibt dieses System, z.B. einen detaillierten Überblick über den gesamten Stromeinsatz, vom Fremdbezug über die Einspeisung bzw. Eigennutzung des von den Photovoltaikanlagen erzeugten Stroms bis hin zu den Verbräuchen der vielen einzelnen Stromabnehmer im Betrieb. Das letzte große Projekt, der Umbau und die Modernisierung des gesamten Kühlsystems, brachte nach Auswertung der Daten über das neue KBR-Energiedatenerfassungssystem eine Stromeinsparung von 15% des Gesamtstromverbrauchs.

Für den Aufbau, die Einführung und Umsetzung des Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 war ein sogenanntes “Energieteam“ verantwortlich, das auch künftig für die Überwachung und Auswertung der Energieverbräuche zuständig ist. Mit diesen Daten werden dann in Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung weitere Projekte zur Energieeinsparung ausgearbeitet, geplant und entsprechend umgesetzt.

Strom

In den letzten Jahren wurde auf den Hallendächern der Brauerei verschiedene Photovoltaikanlage in Betrieb genommen, mit der etwa 25 % des jährlichen Strombedarfs der Brauerei erzeugt werden. Die Vermeidung von Kohlendioxid und die Entlastung des allgemeinen Stromnetzes durch Verwendung dieser Energie direkt in der Brauerei sind die großen Stärken dieser kostenintensiven Investition.
Dezentrale Energieerzeugung am Ort des Verbrauchs ist der Schlüssel für eine stabile Versorgung und erfordert im Gegensatz zu weit abgelegenen Großkraftwerken nur überschaubare Investitionen in das Netz.

Wasser

Die Frischwasserversorgung der Brauerei erfolgt über einen eigenen Tiefbrunnen. Das Brunnenwasser wird als Brauwasser zur Bierbereitung, als Betriebs- und Prozesswasser zum Spülen und Reinigen, als Kühlwasser und für sanitäre Zwecke, verwendet. Sparsamer Umgang und Kreislaufnutzung dienen der Ressourcenschonung. Sowohl die Wasserqualität als auch der Verbrauch werden täglich vom betriebseigenen Labor kontrolliert und erfasst. Zusätzliche Kontrollen erfolgen vierteljährlich durch die LGA QualiTest GmbH Nürnberg – Zentrum für Produktanalytik und –sicherheit im Rahmen der periodischen Überwachungsanalyse des Brunnenwassers.
Der Verbrauch von Wasser wird vor allem durch modernste Technik bei der Abfüllung reduziert. Gerade beim Reinigen von Tanks und Leitungen, Flaschen und Fässern wird Wasser eingesetzt, das danach über die brauereieigene Kläranlage gereinigt wird. Die Energie, die im Abwasser enthalten ist, soll künftig thermisch genutzt werden.

CO2

Und auch bei der Planung der Brauereilogistik wird auf Umweltaspekte geachtet. Die Optimierung von Touren und die Verlagerung der Belieferung von Kunden im Ferngebiet auf Logistiker tragen dazu bei, Kraftstoff zu sparen und Emissionen zu verringern.

Abwasserreinigung

Die Brauerei verfügt über eine betriebseigene anaerobe-aerobe Kläranlage und ist Direkteinleiter in den nahe liegenden Fluss Pegnitz. Die Kläranlage ist ausgelegt auf eine BSB5-Fracht von 1400 kg/d (entsprechend 23.000 EWG). Die Einhaltung der vom Landratsamt festgelegten Einleitwerte und –mengen wird durch ein innerbetriebliches Kontrollsystem, aufgebaut nach der Verordnung zur Eigenüberwachung von Wasserversorgungs- und Abwasseranlagen (Eigenüberwachungsverordnung - EÜV), sichergestellt und auch regelmäßig von den zuständigen Behörden, Wasserwirtschaftsamt und Landratsamt, überwacht.
Wir nutzen die Kläranlage um erneuerbare Energien zu produzieren. Das durch die Kläranlage entstehende Biogas wird nicht abgefackelt, sondern wir haben einen Kombibrenner installiert, der das Biogas in Dampf umwandelt.

Abfall/Recycling

Beim Abfall wird unterschieden zwischen brauereitypischen Nebenprodukten, die während des gesamten Produktionsprozesses anfallen und aufgrund ihrer organischen Beschaffenheit weiter verwertet werden können, sowie Abfällen zur Verwertung und Abfällen zur Entsorgung.
Alle Nebenprodukte aus der Produktion bzw. Bierherstellung werden in unserer Brauerei durch einen Großabnehmer eigenständig abgeholt und der jeweiligen Verwertung zugeführt. Hierbei findet die anfallende Biertreber und die anfallende Alt- und Überschusshefe in der Landwirtschaft bei der Tierfütterung Verwendung. Die bei der Bierfiltration verwendete Kieselgur wird in einer Recyclingfirma kompostiert, aufbereitet und anschließend im Landschafts- und Gartenbau verwendet. Dieser Großabnehmer fungiert aufgrund der steigenden Anforderungen an die Qualität und Produktsicherheit von Lebens- und Futtermitteln im Rahmen der Q&S-Zertifizierung als Systemkoordinator für die Kaiser Bräu. Abfälle zur Verwertung wie Altglas, Altmetall, Alt-Schraubenverschlüsse, Altpapier, Altetiketten, Altöl sowie Abfälle zur Entsorgung/Beseitigung wie Gewerbemüll (Restmüll) werden innerhalb der Kaiser Bräu in Großbehältern getrennt gesammelt und über eine Entsorgungsfirma verwertet bzw. entsorgt.
Dabei gilt der Abfalltrennung ein besonderes Augenmerk, um den Anteil der zu entsorgenden Abfälle zu vermindern.